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Dr. Bruno Steurer
Interview  | 

«Wir wissen schon ziemlich genau, dass Metakompetenzen wichtig sein werden»

Dr. Daniel Stoller-Schai:

Lieber Hr. Steurer, was sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen bezüglich "Kompetenzen der Zukunft" (Future Skills?)

Dr. Bruno Steurer:

Wir haben letztes Jahr mit einer Umweltanalyse „Workforce 2025“ diese Herausforderungen erfasst. Diese konnten wir in sechs Handlungsfelder zusammenfassen. Darauf aufbauend haben wir eine HR Strategie für die Geschäftsstrategie 2021 / 2025 formuliert. Als grösste Herausforderung zeigt sich, dass wir doch noch nicht so genau wissen, welches die spezifischen „Kompetenzen der Zukunft“ es sein werden. Allerdings wissen wir schon ziemlich genau, dass Metakompetenzen wichtig sein werden. Das heisst gut lernen können, flexibel sein, sich anpassen können, zusammenarbeiten und gut kommunizieren können, Wissen teilen können. Wir setzen deshalb ein „cultural transformation programme“ so auf, dass unsere Mitarbeitenden und Vorgesetzten, die Geschäftsbereiche und Teams möglichst selbstbestimmt – jedoch mit einem geteilten Approach – die Veränderungen erkennen und angehen können.

Dr. Daniel Stoller-Schai:

Was muss ich als einzelner Mitarbeiter in einem Unternehmen tun, damit ich meine Marktfähigkeit (Employability) erhalten oder ausbauen kann?

Dr. Bruno Steurer:

Selbstverantwortlich leben, neugierig und interessiert bleiben. Ganz entscheidend ist es herauszufinden, wie es um die eigene Marktfähigkeit steht. Dies können sie mit einer Standortbestimmung herausfinden. Reden sie mit Kollegen, Vorgesetzten und den HR Fachkollegen darüber, was wichtig und gefragt ist. Machen Sie selber eine Standortbestimmung und lernen sie so den eigenen Marktwert kennen. So erfahren sie, was gefragt ist und welche Defizite ich allenfalls habe und wie sie diese abbauen kann oder wie sie die neuen Kompetenzen erwerben kann.

 

Dr. Daniel Stoller-Schai:

Was sind mögliche neue Jobprofile, die in naher Zukunft eine Rolle spielen werden?

Dr. Bruno Steurer:

Wir gehen davon aus, dass Jobprofile noch vielschichtiger und variabler sein werden. Sie werden sich über die Zeit auch mehrmals verändern und anpassen. Wirklich neue Jobprofile könnten solche sein, die mit den schnellen Veränderungen, der fortschreitenden Digitalisierung, gut zurechtkommen. Das sind Profile, die physische und digitale Anforderungen vereinen – „phygital“ lernte ich kürzlich von Kollegen in Frankreich. Also - Projektmanager, flexible Berater, Integratoren, Designer aber auch Service und Verkaufsleute, die mit Datenanalysen bessere Dienstleistungen und Produkte vermitteln können.

Dr. Daniel Stoller-Schai:

Welche Form des Lernens müssen Unternehmen anbieten, damit sie wettbewerbsfähig und für Arbeitnehmende attraktiv bleiben?

Dr. Bruno Steurer:

Gute Einstiegsprogramme für Schul- und Universitätsabgänger; für Mitarbeitende praxisnahe Formate für die Weiterbildung; verschieden lange Austausch- und Lernprogramme; Projektteams auf Zeit / für kurze Zeit; gut integrierte, arbeitsplatznahe (blended) Formate, die Arbeitsplätze und die Arbeitsformen so gestalten lassen, dass lernen immer gut integriert ist; Instrumente und Plattformen anbieten, die dem erwarteten Engagement und der Verantwortung der Mitarbeitenden für Ihre Weiterentwicklung gerecht werden. Geschäftsleitungen / die Organisation zeigen Flexibilität gegenüber Mitarbeitenden, die ihre Weiterbildung selber vorantreiben – sind ermutigend statt (über)regulierend – wagen etwas, sind experimentierfreudiger als nur was der Regulator verlangt.

Dr. Daniel Stoller-Schai:

Was würden Sie selber heute lernen, wenn Sie nochmals 20 wären?

Dr. Bruno Steurer:

Meine Tochter hat eben begonnen Architektur zu studieren; das habe ich mir damals auch überlegt und wäre immer noch eine attraktive Option für mich oder einen gestalterischen Beruf, der sich unmittelbar mit konkreten Lösungen auseinandersetzt. Auf jeden Fall etwas, das die Welt des Abstrakten – digitalen – und des Konkreten – analogen – miteinander verbindet. Dieses Spannungsfeld und die dadurch geforderte Kreativität finde ich sehr attraktiv.

Dr. Daniel Stoller-Schai:

Vielen Dank für diese spannenden Aspekte. Wir freuen uns, dass Sie an der 10. LEARNING INNOVATION Conference zum Thema «Future Skills» aktiv mit dabei sind.

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