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Karl Knispel
Interview Allgemein  | 

«Sie müssen akzeptieren, dass Sie sich auch nach Lehre und Studium in einem ständigen Zyklus aus «Ver-Lernen», «Um-Lernen», «Neu-Lernen» befinden und sich proaktiv neue Fähigkeiten aneignen.»

Dr. Daniel Stoller-Schai:
Lieber Hr. Knispel, was sind aus Ihrer Sicht die grössten Herausforderungen bezüglich "Kompetenzen der Zukunft" (Future Skills?)

Karl-Ludwig Knispel:
Ich sehe zwei grosse Herausforderungen auf uns zu kommen. Zum einen verändert die Digitalisierung fast jedes Jobprofil und dessen Anforderungen fundamental. Zum anderen erfolgen diese Veränderungen disruptiv und in immer kürzeren Zyklen, so dass einmal erworbene Kompetenzen sehr schnell obsolet werden. In einer repräsentativen Umfrage von Deloitte sagen 90% der CEOs, dass ihr Unternehmen durch digitale Technologien einen fundamentalen Wandel erfährt, 70% von Ihnen befürchten, dass ihre Organisation nicht über ausreichend Know-How zu notwendigen Adaptionen verfügt.

Dr. Daniel Stoller-Schai:
Was muss ich als einzelner Mitarbeiter in einem Unternehmen tun, damit ich meine Marktfähigkeit (Employability) erhalten oder ausbauen kann?

Karl-Ludwig Knispel:
Lebenslanges kontinuierliches Lernen und die Möglichkeit, in Eigenverantwortung schnell neue Fähigkeiten aufzubauen, ist für Mitarbeiter existenziell wichtig, um in einer dynamischen Arbeitswelt Schritt zu halten. Mitarbeiter müssen erkennen, dass sich die Grenzen von Arbeiten und Lernen zunehmen verwischen. Sie müssen akzeptieren, dass sie sich auch nach Lehre und Studium in einem ständigen Zyklus aus «Ver-Lernen», «Um-Lernen», «Neu-Lernen» befinden und sich proaktiv neue Fähigkeiten aneignen. Mitarbeiter werden in ihrem Leben nicht nur unterschiedliche Jobs und Jobprofile haben, sondern sogar mehrere Karrieren durchlaufen. In den USA schätzt man hierbei über 20 Karrieren(!), da die Mitarbeiter immer älter werden.

Dr. Daniel Stoller-Schai:
Was sind mögliche neue Jobprofile, die in naher Zukunft eine Rolle spielen werden?

Karl-Ludwig Knispel:
Da sich fast alle Jobprofile ändern, möchte ich nur ein Schlaglicht auf die Jobprofile der Lernorganisationen in Unternehmen werfen. Ich sehe hier eine Entwicklung weg vom klassischen Kursentwickler und Trainingsmanager hin zum Gestalter von Lernerlebnissen. Das beinhaltet Kompetenzprofile bezüglich Business Consulting, den Umgang und Interpretation von People Data Analytics, Learning Experience Design, das Orchestrieren von Learning Ecosystems Plattformen aber auch das Ermöglichen von virtueller Zusammenarbeit und Kommunikation.

Dr. Daniel Stoller-Schai:
Welche Form des Lernens müssen Unternehmen anbieten, damit sie wettbewerbsfähig und für Arbeitsnehmende attraktiv bleiben?

Karl-Ludwig Knispel:
Die Bildungseinrichtungen in den Unternehmen müssen die o.g. Entwicklungen aufnehmen, indem sie ihre Lernangebote an Modellen für ein lebenslanges kontinuierliches Lernen ausrichten. Sie müssen Lernen ganzheitlich denken und die Mitarbeiter mittels einer Vielzahl an Lernformaten passgenau zu ihrem Karrierestand und Entwicklungslevel während der gesamten Unternehmenszugehörigkeit begleiten. Mikro-Formate wie z.B. Learning Nuggets zum Performance Support der täglichen Arbeit gehören genauso dazu wie langfristige Karriereplanung, die Vorbereitung auf neue Rollen, informelle Formate wie z.B. Reflektionen aus Projektarbeit, Peer Review Circles u.v.m.

Dr. Daniel Stoller-Schai:
Was würden Sie selber heute lernen, wenn Sie nochmals 20 wären?

Karl-Ludwig Knispel:
Ich bin jetzt Architekt für Lernstrukturen und Organisationsentwickung, wenn ich nochmal 20 wäre würde ich mich wohl der klassischen Architektur widmen.

Dr. Daniel Stoller-Schai:
Vielen Dank für diese spannenden Aspekte. Wir freuen uns, dass Sie an der 10. LEARNING INNOVATION Conference zum Thema «Future Skills» aktiv mit dabei sind.

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